Rüsselsheimer Stadion ist multifunktionale Sportstätte
PM der Stadt Rüsselsheim am Main vom 18. 12.2020

 

Soll das Rüsselsheimer Stadion einen Kunstrasenbelag erhalten? Und ist die Sportstätte als multifunktionale Trainings- und Wettkampfstätte gut aufgestellt? Diesen und weiteren Fragen ist der Magistrat nachgegangen. Um einen Antrag der Stadtverordneten zu beantworten, wurde das Sportgelände „Am Sommerdamm“ grundlegend unter die Lupe genommen.

Rund 900 Stunden im Jahr wird das 40.000 Quadratmeter große Sportgelände „Am Sommerdamm“ bereits jetzt von Vereinen und Sportverbänden genutzt. Neben Fußball auch für Leichtathletik und für weitere Sportarten wie American Football und Cricket. Darüber hinaus findet wochentags von 8 bis 16 Uhr Schulsport statt. Auch die Bundesjugendspiele haben hier ihren Platz. An den allermeisten Wochenenden des Jahres werden außerdem Punktspiele und Wettkämpfe ausgetragen. „Der Magistrat ist daher der Auffassung, dass das Stadion bereits eine multifunktionale Sportstätte ist“, sagt Oberbürgermeister Udo Bausch, in dessen Ressort als Sportdezernent das Stadion fällt. Die Vielzahl der Sportarten und die variantenreiche Nutzung seien schon gegeben.

Befasst hat sich der Magistrat auch mit der Fragestellung, ob das Hauptspielfeld einen Kunstrasenbelag erhalten soll. Dies könnte eine ganzjährige Bespielbarkeit ermöglichen, denn Naturrasen benötigt von November bis März eine Ruhezeit und im Sommer eine dreiwöchige Pflegeperiode. „Ein Kunstrasenbelag würde allerdings die Funktionalität für verschiedene Sportarten einschränken oder ganz ausschließen. Beispielsweise wird das Stadion vom Deutschen Fußballbund und von Bundesligisten für Trainings- und Freundschaftsspiele genutzt. In diesen Spielklassen ist Naturrasen vorgeschrieben. Auch für die Leichtathletik wären dann nicht mehr alle Disziplinen machbar. In der Regel wird ein Kunstrasenbelag daher auf Anlagen verbaut, auf denen ausschließlich eine Ballsportart ausgeübt wird und eine ganzjährige Bespielbarkeit sichergestellt werden soll. Der Magistrat empfiehlt daher, dies für das Stadion nicht weiter zu verfolgen“, erläutert Bausch die Beweggründe.

Der Magistrat geht zudem davon aus, dass die Umstellung auf einen Kunstrasenbelag im Stadion nicht zur Entlastung der Heimspielsituation in der Böllensee-Siedlung führen werde. Aufgrund der Anzahl der Mannschaften und der zusätzlichen Nutzung durch andere Sportarten könne nicht der komplette Trainings- und Punktspielbetrieb im Stadion abgebildet werden.

Augenmerk und Ziel liegt für den Magistrat in den kommenden Jahren darauf, die Sportfunktionalität zu erhalten und den baulichen Zustand zu ertüchtigen. „Alle baulichen Anlagen sind funktionstüchtig und unterliegen der regulären Bauunterhaltung“, erläutert Bausch hierzu. Eine Ertüchtigung und Sanierung nach modernen Standards – beispielsweise die Sanierung eines Hockeyplatzes im Jahr 2021, für die die Mittel im Haushaltsplanentwurf angemeldet sind - sei jedoch ratsam und sollte unter Berücksichtigung der Rüsselsheimer Haushaltssituation erwogen werden. Nicht weiter verfolgen will der Magistrat die Einrichtung einer Flutlichtanlage. Das Fehlen einer Flutlichtanlage beeinträchtigt nicht die Sportfunktionalität, so dass aus Kostengründen zunächst auf eine Installation verzichtet wird.

Grundsätzlich denkbar ist für den Magistrat eine Nutzung des Stadiongeländes für Kulturveranstaltungen. Es wird jedoch nicht empfohlen, und es wäre mit hohen Kosten verbunden. „Die derzeitige Nutzungsordnung sieht das nicht vor. Unter Berücksichtigung der Zeiten, die für sportliche Nutzungen zur Verfügung stehen, und den erforderlichen Ruhe- und Pflegezeiten der Grünfläche sind kulturelle Nutzungen nur eingeschränkt vorstellbar“, sagt Bausch. Nur wenige Wochenenden im Jahr kämen dafür in Frage, und es bedürfe einer Prüfung und Genehmigung im Einzelfall. Zum Schutz der Laufbahnen und Sportfelder seien dann spezielle Vorkehrungen zu treffen, die kostenintensiv seien.

Rund 695.000 Euro investiert die Stadt Rüsselsheim im Jahr für den Erhalt und Betrieb ihrer Außensportanlagen. Zu ihnen zählen zehn Kunstrasen- und zwei Naturrasenplätze sowie der Kletterturm an der Bauschheimer Sporthalle. Im Stadion wurde zu Beginn des Jahres im Bereich der Tribünenanlagen eine Betonsanierung durchgeführt. Noch in diesem Jahr werden außerdem die Sitzschalen ausgetauscht.