Harmonische JHV
Infos über vielfältige Augaben des Sportbundes

In ausgesprochen harmonischer Atmosphäre und in rekordverdächtiger Schnelle (etwas mehr als eineinhalb Stunden) brachte der Sportbund am 1. Juli seine Jahreshauptversammlung über die Bühne. Dabei war diese alljährliche „Pflichtveranstaltung“, bei der turnusgemäß keine Neuwahlen auf der Tagesordnung standen, noch im Vorfeld von einiger Hektik und Wirren geprägt. Grund: Das ursprünglich als Tagungsort vorgesehene Bootshaus des RRK stand plötzlich doch nicht zur Verfügung, da dessen neue Betreiberfirma – trotz wiederholter vorheriger Zusicherung – knapp eine Woche vor der Versammlung eine Absage erteilt hatte.

 

Dank der tatkräftigen Unterstützung des TV Königstädten (und dessen Vorsitzenden Erhard Greulach) wurde aber schnell in Form der Mehrzweckhalle der Gerhart-Hauptmann-Schule eine neuer Austragungsort gefunden. Dort begrüßte Sportbund-Vorsitzender Peter Kreuzer pünktlich um 19 Uhr die erschienenen Vertreter unserer Mitgliedsvereine (hätten durchaus ein paar mehr sein dürfen) sowie die politischen Vertreter der Stadt Rüsselsheim mit Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode, Oberbürgermeister und Sportdezernent Udo Bausch an deren Spitze. Auch Olaf Kleinböhl (Vorsitzender des Kultur-, Schul- und Sportausschusses) sowie Sportamtschefin Anette Tettenborn ließen sich – wie schon gewohnt – die Versammlung des Sportbundes nicht entgehen. Ebenso Vertreter der Fraktionen des Stadtparlaments und des Stadtverbandes der kulturellen Vereine.

Trotz ausdrücklicher Einladung hatte jedoch kein Berichterstatter der örtlichen Presse (Main-Spitze und Echo sind ja seit Anfang des Jahres unter dem Dach der VRM vereint) den Weg nach Königstädten gefunden. Was von Peter Kreuzer ausdrücklich negativ bewertet wurde: „Wenn der Dachverband der Rüsselsheimer Sportvereine seine Jahreshauptversammlung abhält, sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die lokale Zeitung hierüber den interessierten Leser auch informiert“, brachte der Sportbundchef seine Enttäuschung zum Ausdruck. Immerhin gehören dem größten Rüsselsheimer Verband 53 Vereine mit fast 14 000 Mitgliedern an.

Unisono hoben die Ehrengäste bei ihren einzelnen Grußworten die Bedeutung des Sports hervor. „Der Sport ist wichtig und wird in unserer Stadt wertgeschätzt“, waren sich alle einig. Auch wurde die „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Politik und Sportbund“ hervorgehoben, die „stets angenehme Gesprächsatmosphäre“ gelobt.

Peter Kreuzer informierte in seinem Bericht über die ständigen Aufgaben und Themen im Vorstand des Sportbundes. Als da wären u.a.: Die Mitarbeit bei der Organisation der städtischen Sportlerehrung, die Durchführung der Wahlen zur Sportlerin, dem Sportler, der Mannschaft, dem Seniorensportler/-in sowie Trainer/-in des Jahres und die jährliche Vergabe des Sportbundpreises. Der Preisträger/die Preisträgerin für das Jahr 2021 steht schon fest, die entsprechende Ehrung ist für den 22. September terminiert.

Wichtig sind auch die monatlichen Gespräche mit dem Sportdezernenten (OB Udo Bausch) und der Leitung des Amtes für Sport und Bewegung (Anette Tettenborn). Zudem erreichen den Sportbund Anfragen von Vereinen und Institutionen hinsichtlich einer temporären Zusammenarbeit. Diesbezüglich nahmen zuletzt der Kinderschutzbund, das Nachbarschaftsbüro Innenstadt, der Stadtelternbeirat sowie die Alexander-von-Humboldt-Schule Kontakt mit dem SB-Vorstand auf.

Die Sportstättensituation („Wie kann der Vereinssport besser in die Planungen eingebunden werden“), der Sportentwicklungsplan der Stadt und die kommunale Haushaltslage waren weitere Themen, die den Sportbund beschäftigten. Dass ohne einen genehmigten Haushalt keine Fördermittel an die Sportvereine ausgezahlt werden können, da es sich um freiwillige Leistungen der Stadt handelt, bleibt ein Dauerthema. Der Sportbund Rüsselsheim ist hier schon lange auf der Suche nach einer praktikablen Lösung.

Zu den angesprochenen Themen gehörte natürlich die für die Vereine arg belastenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die zeichnet auch dafür verantwortlich, dass die Durchführung von Veranstaltungen und Jubiläen derzeit noch arg eingeschränkt ist. Zumindest besteht seitens des Sportbundes für das zweite Halbjahr 2022 die Absicht, wieder einmal zu dem aus der Vergangenheit bekannten „Vereinsstammtisch“ einzuladen.

Zur gerade diskutierten möglichen Namensänderung der Großsporthalle betonte Peter Kreuzer, dass der Sportbund ebenso wenig wie ein Verein keine Stellung beziehen könne, die für die gesamte Organisation gelte.

Zweiter Vorsitzender Alfred Segner, der den Sportbund Rüsselsheim bei den Sitzungen des Sportkreises Groß-Gerau vertritt, berichtete von den Aktivitäten auf Kreisebene. Zwar musste die beliebte Veranstaltung „Der Kreis rollt“ wegen Corona nun zum dritten Mal in Folge abgesagt werden, doch besteht für nächstes Jahr Hoffnung auf eine Neuauflage. Dann soll es bei diesem autofreien Sonntag von Königstädten über Nauheim, Groß-Gerau, Berkach, Dornheim, Wolfskehlen und Goddelau bis nach Stockstadt gehen.

 Bereits im vergangenen Jahr feierte der Sportkreis Groß-Gerau seinen 75. Geburtstag. Sämtliche diesbezüglich geplanten Veranstaltungen mussten ins Jahr 2022 verlegt werden. Schon am Sonntag (3. Juli) fand im Sportpark Groß-Gerau der Sporttag mit Familienfest statt. Am 13. April wurde eine Wanderausstellung gestartet, die am 26. Oktober auch in der Rüsselsheimer Großsporthalle zu sehen sein wird. Schon zuvor, am 30. September, lädt der Sportkreis zu seiner Jubiläumsgala ins Bürgerhaus Kelsterbach ein.

„Wir wollen uns weiter als Lobbyisten für den Kinder- und Jugendsport einsetzen“, betonte Monika Balzer in ihrem Bericht der Sportbundjugend. Damit dies fundierter geschehen kann, weist die Vorsitzende der SB-Jugendvertretung schon jetzt auf den 8. Oktober hin. Dann wird ab 19 Uhr im Sportleraufenthaltsraum der Großsporthalle ein Jugendleitertreffen stattfinden, bei dem die aktuelle Lage in den Rüsselsheimer Sportvereinen besprochen werden soll. Zudem können auch Anregungen und Wünsche für die weitere Fortbildungsplanung gesammelt werden.

Zum Abschluss der Berichte legte die im September 2021 neu gewählte SB-Schatzmeisterin Elke Brechtelsbauer erstmals die Zahlen auf den Tisch. Von den Revisoren Andreas Frank und Paul Anagnostou  wurde ihr „eine einwandfreie Kassenführung“ attestiert, so dass anschließend ihre Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr einstimmig erfolgte.

Gleiches traf schließlich auch auf eine kleine Änderung der Sportbundsatzung zu, da in der bisherigen Fassung die Formulierung in einzelnen Paragraphen nicht den Anforderungen des Finanzamtes entsprach.