Bewährungsprobe für die Sportvereine
Sportbund und Vereine brauchen keinen Kompromiss

Bereits Anfang September warnte der Sportbund in seinem Newsletter vor den Folgen der Energiekrise in der kommenden Saison: „Auf jeden Fall anscheinend kalte Duschen und kaum beheizte Hallen . . . . Nicht zuletzt die aktuelle panikartige Berichterstattung in den Medien (Fernsehen und Presse), mit vielen gut gemeinten Einsparvorschlägen, führen auf allen Ebenen zu Ängsten und purem Aktionismus. . . Frierende Sportler und auf den Rängen dick vermummte Zuschauer, womöglich auch noch bei „Schummerlicht“: Ein wahres Horror-Szenario.“ Die Nachrichten seitdem bestätigen die Sportbund-Formulierungen. Leider. 

Jetzt hat sich, wie am 2. November in den Rüsselsheimer Tageszeitungen zu lesen war, auch OB-Kandidat Patrick Burghardt in die Diskussion mit der Hoffnung eingebracht, dass die Vereine „dazu bereit seien, ihren Beitrag zu leisten“ und plädiert für einen Kompromiss. Da allerdings spricht er „von der Möglichkeit eines Kompromisses zwischen Vereinen und dem Sportbund“ und rät dem Sportbund, sich mit dem Magistrat an einen Tisch zu setzen, um „einen Weg im Interesse aller Beteiligten“ zu finden.

Das ist ausgesprochen missverständlich und muss korrigiert werden.

Erstens gibt es keinen Grund, zwischen den Sportvereinen und ihrem Dachverband einen Kompromiss zu basteln. Der Sportbund ist bei den angesprochenen Problemen – wie auch sonst – auf Seiten der Vereine, weiß um ihre Nöte und vertritt ihre Interessen voll und ganz.

Und zweitens gibt es schon lange regelmäßige Treffen des Sportbund-Vorsitzenden mit OB Udo Bausch, dem Sportdezernenten, und Vertretern des Sportamtes, während denen offen und sehr konkret über die aktuellen Verhältnisse im Rüsselsheimer Sportbereich gesprochen wird. Selbstverständlich gehören die, wie Burghardt richtig schreibt, „drastischen Maßnahmen“ als Folge der Energiekrise bei diesen kommunikativen Begegnungen derzeit zu den wichtigsten Themen. Da gibt es keine Zweifel, wer welche Positionen vertritt oder glaubt, vertreten zu müssen.

Der Sportbund hofft, dass das in der CDU-Pressemitteilung beschriebene Missverständnis leidglich ein Redigierversehen war und im Gespräch zwischen den Betroffenen richtiggestellt werden kann.